John Roddam Spencer Stanhope
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United Kingdom (1829 - 1908 ) - Werke

Christie's /05.06.2007
€ 10.319,92 - € 14.742,74
€ 31.860,75
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25Einige Werke von John Roddam Spencer Stanhope
Herausgesucht aus 25 Werken im Arcadja-KatalogJohn Roddam Spencer Stanhope - Andromeda
Original 1870
Versteigerung:
Neumeister -19.05.2010
- Munich
Postennummer:
444
Weitere zur VERSTEIGERUNG STEHENDE WERKE
Beschreibung:
JohnRoddam Spencer Stanhope (1829 Cannon Hall - 1908Florenz)
Andromeda. Um1870
Öl auf Leinwand. 128,5 x 53,5 cm. VersoKlebeetikett Michael Hasenclever, München. Rahmen
Mit Motiven aus der griechischen Mythologie etabliertesich der Maler John Roddam Spencer Stanhope in der Nachfolge derenglischen Präraffaeliten als Vertreter der viktorianischen Malereides Klassizismus. Aus großbürgerlichem Hause stammend, studierte erin Oxford bei George Frederic Watts, arbeitete mit Dante GabrielRossetti zusammen und war mit Edward Burne-Jones befreundet.
Das nach der Regierungszeit von Königin Viktoria (1837-1901)benannte und vom Protestantismus geprägte Jahrhundert gilt als eineEpoche strenger moralischer Konventionen in England. In diesemKlima der Prüderie nahm die Darstellung des nackten menschlichenund vor allem weiblichen Körpers in der Kunst rapide zu und erfuhrunter der Gattungsbezeichnung englischer Akt eine regelrechteBlüte. Gegen die Ablehnung alles Fleischlichen durch die Moralistenverteidigten die Maler die Nacktheit mit dem Verweis auf dieakademische Tradition und mit dem Bezug auf mythologische undhistorische Literatur. Indem sie sich einerseits Freizügigkeitherausnahm, sich andererseits aber auf die Reinheit vor demSündenfall berief und vom Betrachter einen keuschen Blick forderte,spiegelt die Kunst im Spannungsfeld von Prüderie und Leidenschaftdie gesellschaftliche Doppelmoral jener Epoche.
Die von Ovid erzählte Legende von Andromeda war in derviktorianischen Ära ein beliebtes Thema und wurde auch von EdwardBurne-Jones in seinem Perseus-Zyklus aufgegriffen, zu dem sich eineVorzeichnung ebenfalls in der Sammlung Liebermeister befindet (vgl.Kat. Nr. 416). Dem zufolge sollte die Tochter des Königs vonÄthiopien Kepheus und der Kassiopeia, einem Meeresungeheuergeopfert werden, um die Eitelkeit ihrer Mutter zu bestrafen.Kassiopeia hatte behauptet, selbst die Nereiden an Schönheit zuübertreffen. Die so Geschmähten wandten sich an den MeeresgottPoseidon, der ein Untier aussandte, das die Küste von Kepheus'Reich verwüstete. Nur durch das Opfer der Andromeda konnte dasUngeheuer besänftigt werden. Als die junge Frau, an einen Felsengekettet, ihr Schicksal erwartete, erschien der Held Perseus underschlug das Untier. Zum Lohn erhielt er Andromeda zur Frau.
Der hohe Bekanntheitsgrad des Mythos erlaubte es Stanhope,weitgehend auf das Erzählerische zu verzichten und sich ganz aufden weiblichen Akt zu konzentrieren, ohne Gefahr zu laufen, dadurchAnstoß zu erregen. Der Künstler zeigt die Ganzfigur, mit dem überden Kopf gelegten Arm an einen Pfahl gebunden, in einer Pose, diedem Vorbild von Jean Dominique Ingres folgt. Dieser hatte 1859 mitdem Bild Die Quelle den Prototyp eines neuen, antikisierendenStils in der Aktmalerei geschaffen, der die Form über den Inhaltstellte und den weiblichen Akt als Verkörperung idealer Schönheitund Keuschheit auffasste. Der Kontrast des elfenbeinfarbenenKörpers Andromedas zum dunklen Hintergrund des Felsen sorgt füreine Betonung der linearen Konturen. Als frühzeitiger Hinweis aufden Jugendstil mag dieses Stilmerkmal den Sammler zum Ankauf desBildes wie auch der ornamentalen Zeichnung von Burne-Jones bewogenhaben.
Im vorgeblichen Bemühen um eine von sexuellen Implikationenbefreite Lesart durch die Anknüpfung an die Antike lässt StanhopesDarstellung Raum für zweideutige Interpretationen. Der Maler gibtAndromeda mit gesenktem Blick und in schutzloser Nacktheit demmännlichen Blick preis und der dunkel-bedrohliche Fels legt nahe,dass Perseus' Befreiungsakt durchaus nicht allein aus ritterlicherPflichterfüllung geschieht.
Provenienz:
Gallery Julian Hartnoll (and Eyre), London.Michael Hasenclever, München.
Literatur
: Smith, Alison(Hg.). Prüderie und Leidenschaft. Der Akt in viktorianischer Zeit.Ausst. Kat. Haus der Kunst München. 2001/2002.
John Roddam Spencer Stanhope - Tecrucifixion
Original
Versteigerung:
Christie's -15.12.2010
- London
Postennummer:
38
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Christie's -04.06.2008
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48
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180
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25
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