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Arcadja Auctions

Ivan Constantinovich Aivazovsky

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(18171900 ) - Werke
AIVAZOVSKY Ivan Constantinovich View Over The Bosporus

Galerie Koller /28.03.2011
269.555,30 - 346.571,09
Nicht zugeschlagen
Kunstwerk finden, Versteigerungsergebnisse und Verkaufspreise des Künstlers Ivan Constantinovich Aivazovsky auf italienischen und internationalen Auktionen
Zu den Schätzungen und Zuschlägen von Ivan Constantinovich Aivazovsky

 

Auch genannt :

Ajwazowskij Iwan Konstantinovicz

Aiwasowskij Iwan

Aiwasoffski Iwan Konstantinow.

 



Kunstwerke bei Arcadja
598

Einige Werke von Ivan Constantinovich Aivazovsky

Herausgesucht aus 598 Werken im Arcadja-Katalog
Ivan Constantinovich Aivazovsky - Schiff In Stürmischer Seelandschaft Vor Der Krim

Ivan Constantinovich Aivazovsky - Schiff In Stürmischer Seelandschaft Vor Der Krim

Original
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Nettopreis
Postennummer: 40
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Beschreibung:
Description: Aivazovsky, Ivan Constantinovich (wohl). (1817 - 1900, Feodossiya/Krim). Schiff in stürmischer Seelandschaft vor der Krim. Öl auf Leinwand. 86,5 x 131 cm (136 x 174 cm inkl. Rahmen). In kyrillischer Schrift mit "Aivazovsky" bezeichnet. - Hochwertiger, dekorativer Museumsrahmen. Schiff in stürmischer Seelandschaft vor der Krim. Öl auf Leinwand. 86,5 x 131 cm (136 x 174 cm inkl. Rahmen). In... More Aivazovsky, Ivan Constantinovich (wohl). (1817 - 1900, Feodossiya/Krim). Schiff in stürmischer Seelandschaft vor der Krim. Öl auf Leinwand. 86,5 x 131 cm (136 x 174 cm inkl. Rahmen). In kyrillischer Schrift mit "Aivazovsky" bezeichnet. - Hochwertiger, dekorativer Museumsrahmen. Schiff in stürmischer Seelandschaft vor der Krim. Öl auf Leinwand. 86,5 x 131 cm (136 x 174 cm inkl. Rahmen). In kyrillischer Schrift mit "Aivazovsky" bezeichnet. - Hochwertiger, dekorativer Museumsrahmen. Ivan Constantinovitsch Aivazovsky absolvierte von 1833-39 ein Malerei- Studium an der Petersburger Akademie bei Worobjow. Zu seinen bevorzugten Motiven zählten das Schwarze Meer und die Seeschlachten der russischen Flotte. An der Küste der Krim geboren, empfand Aivazovsky Zeit seines Lebens eine starke Verbundenheit mit dem Meer. In Russland, der Ukraine und den angrenzenden östlichen Ländern feierte man ihn als großen Maler des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Vergleiche mit William Turner, der Aivazovsky 1842 in Rom mit einem Lobgedicht willkommen hieß, belegen seine Prominenz. Das romantische Naturempfi nden verbindet beide Künstler, die ihrer Zeit mit voller Kraft vorauseilten. Das Gemälde "Schiff in stürmischer See vor der Krim" lässt die Genialität des Malers bei der Darstellung der vielfältigen Stimmungsebenen des Meeres erahnen. Oberfläche minimal angestaubt sowie mit feinem Craquelé. Oberes Bilddrittel mit horizontaler Spur vom früheren Keilrahmen. Verso zwei fachmännisch hinterlegte Stellen. I. C. Aivazovzky (probably). Oil on canvas. Designated with "Aivazovsky". Cyrillian writing. - Surface min. shop-soiled and with tenuous craquelure. In the upper third horizontal trace of previous stretcher frame. On verso 2 tiny professionally backed spots. - Valuable and decorative museum frame. Estimate: €25,000
Ivan Constantinovich Aivazovsky - View Of A Bay With Numerous Sailing-ships

Ivan Constantinovich Aivazovsky - View Of A Bay With Numerous Sailing-ships

Original
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Postennummer: 720
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Beschreibung:
AIVAZOVSKY, IVAN KONSTANTINOVICH (1817-1900). View of a bay with numerous sailing-ships (Feodosia?). Pencil, pen and brush drawing on paper, washed, heightened white and signed. Most probably pair to the drawing by Aivazovsky we offered in our sale 678S, February 16th 2012 as lot no. 949. 20,5 x 30 cm Blick in eine Meeresbucht mit zahlreichen Segelschiffen (Feodosia?). Bleistift, Feder und Pinsel in braun auf Papier, braun laviert, weiß gehöht, unten rechts signiert. Bei der vorliegenden Arbeit dürfte es sich um das Gegenstück zu der Zeichnung handeln, die wir am 16.2.2012 in der Auktion 678S unter der Lot-Nr. 949 angeboten haben.
Ivan Constantinovich Aivazovsky - Broad Landscape With Settlers.

Ivan Constantinovich Aivazovsky - Broad Landscape With Settlers.

Original 1856
Schätzung:

Preis:

Nettopreis
Postennummer: 3212
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Beschreibung:
AIVAZOVSKY, IVAN KONSTANTINOVICH (1817 Feodosija 1900) Broad landscape with settlers. 1856. Oil on canvas. Signed in Cyrillic lower left: Aivazovski. 1856. 93 x 145 cm. Provenance: European private collection. Gianni Caffiero has confirmed the authenticity of the painting on the basis of a photograph. The painting will be included in the catalogue raisonné which is currently being prepared. This painting is most probably the one mentioned in F. I. Bulgakov: Unsere Maler. 1764 - 1889, Vol. 1, 1890, p. 3. Bulgakov points out that this is the first landscape painting by the artist. It represents the Izumskaja steppe near the border between Russia and Ukraine, with salt harvesters marching from the Crimea to the inner country. CHF 450 000.- / 700 000.- € 375 000.- / 583 330.- AIVAZOVSKY, IVAN KONSTANTINOVICH (1817 Feodosija 1900) Weite Landschaft mit Siedlern. 1856. Öl auf Leinwand. Unten links kyrillisch signiert: Aivazovski. 1856. 93 x 145 cm. Provenienz: Europäische Privatsammlung. Gianni Caffiero bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken, und wird das Gemälde in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis des Künstlers aufnehmen. Dieses Gemälde ist mit grösster Wahrscheinlichkeit dasjenige, welches aufgeführt ist bei: F. I. Bulgakov: Unsere Maler. 1764 - 1889, Band 1, o.O. 1890, S. 3. Bei diesem Gemälde handelt es sich gemäss oben aufgeführter Literatur um das erste reine Landschaftsgemälde Aivazovskys. Dargestellt ist die Izumskaja-Steppe nahe der heutigen Grenze zwischen Russland und der Ukraine, durch welche Salzbauern auf ihrem Weg von der Krim ins Innere Russlands ziehen. Ivan Aivazovsky war ein Mann von Welt. Rom, Paris, Lissabon, Amsterdam, Konstantinopel, selbst den Suezkanal sah er auf seinen weiten Reisen. Als Maler der zaristischen Kriegsmarine wurde er für seine wildbewegten Seestücke und Veduten exotischer Städte berühmt. Doch seiner Heimat, der im Schwarzen Meer gelegene Halbinsel Krim, blieb er im Herzen und in seinen Bildern treu. Schon von seinem Elternhaus in der Hafenstadt Feodosija konnte er die ausgedehnten Felder der nördlichen Krim wogen sehen, aus denen sich nur vereinzelte kleine Hügel lösen. Rund ein Jahrzehnt bevor er unsere golden leuchtende Landschaft erschuf, war der gefeierte Maler, Mitglied der St. Petersburger Kunstakademie mit Professorentitel, in seine Heimatstadt zurückgekehrt und hatte sich dort eine geräumige Villa errichten lassen. Fasziniert vom mediterranen Licht auf der See und der Steppe feierte er diese weitläufige Landschaft in Gemälden von intensiver Farbigkeit. Die Krimtartaren, die damals den Grossteil der bäuerlichen Bevölkerung stellten, sind bei ihrer Feldarbeit die ruhigen Protagonisten dieser atmosphärischen Werke. Eine Lehrstunde der Natur in zentralperspektivischer Darstellung hat Gianni Caffiero, der Aivazovsky eine wichtige Monographie widmete und nun dessen Oeuvre in einem Werkverzeichnis erschliesst, die Krim mit ihren Zypressen und kleinen Bauerndörfern genannt; sie gebe ein Gefühl für Distanzen. Genau diese beiden Aspekte nimmt Aivazovsky in unserem Bild durch eine Konstruktion kühner Diagonalen auf, die sich in einem gemeinsamen Fluchtpunkt unterhalb der Sonnenscheibe vereinen. Verlängert der Betrachter gedanklich die Schatten der stehenden Männer und des Hundes, so treffen sie sich in diesem Kulminationspunkt. Die wichtigste diagonale Linie bildet aber die gestreckte Wagenkolonne, die unseren Blick in ihrer pointierten perspektivischen Verkürzung in die Ferne zieht. Aivazovsky hat hier einen rhythmischen Wechsel aus nahezu gleich gestalteten Rindern und Heuwägen geschaffen; aber eben nur fast gleich, wandelt der Maler doch das Fell der Rinder und ihre Beinstellung ebenso ab wie manche der Wägen, auf denen Bauern sitzen oder die Gegenstände aufweisen. Wiederholung und Variation - ein uraltes künstlerisches Mittel. Belebt wird die Szene von Wolkengebilden, die über den endlosen Horizont ziehen und das Licht der glühenden, untergehenden Sonne reflektieren. Drei weisse Reiher lockern die Komposition an den beiden unteren Bildrändern auf. Sie haben sich, ganz unbeeindruckt von der Wagenkolonne, ruhig auf den Wiesen niedergelassen. Mensch und Tier verharren reglos in diesem Moment des Innehaltens, fast andächtig ist die Atmosphäre in dieser goldenen Stunde. Einzig der Hund an der Spitze drängt zum Aufbruch. CHF 450 000.- / 700 000.- € 375 000.- / 583 330.-
Ivan Constantinovich Aivazovsky - View Over The Bosporus

Ivan Constantinovich Aivazovsky - View Over The Bosporus

Original 1878
Schätzung:

Preis:

Postennummer: 3222
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Beschreibung:
Auktion A156 Lot 3222 - 01 April 2011 17:00 * AIVAZOVSKY, IVANKONSTANTINOVICH (1817 Feodosija 1900) View over the Bosporus. 1878. Oil oncanvas. Signed lower right and dated: Aivazovsky1878. 68 x 88.5 cm. Provenance: - Carl F.Schlüter auction, Hamburg, 24.4.1980, Lot 2. - acquireddirectly from the above, private collection CHF 350 000.- /450 000.- € 269 230.- / 346 150.- * AIVAZOVSKY, IVAN KONSTANTINOVICH (1817 Feodosija 1900)Blick auf den Bosporus. 1878. Öl auf Leinwand. Unten rechtssigniert und datiert: Aivazovsky 1878. 68 x 88,5 cm. Provenienz:- Auktion Carl F. Schlüter, Hamburg, 24.4.1980, Los 2. - VomEigentümer direkt dort erworben, Privatsammlung. Wasser, mächtigeSegler und eine gehörige Prise Exotik: Der rund 31 km langeBosporus, der Istanbul in einen europäischen und einen asiatischenTeil trennt, muss ein wahres Paradies an Motiven für IvanKonstantinovich Aivazovsky gewesen sein. Achtmal reiste er zwischen1845 und 1890 in das damals noch Konstantinopel genannteHerrschaftszentrum des Osmanischen Reiches. Noch heute sind dorteinige Zeugnisse dieser teilweise längeren Aufenthalte ausgestellt,u.a.im Dolmabahçe Palace, dem einstigen Verwaltungszentrum desReiches. Neue Wertschätzung also auch in der modernen Türkei fürden im 19. Jahrhundert hoch verehrten Marinemaler. Was aber brachteden Maler, der in St. Petersburg mit der Goldenen Medaille derRussischen Kunstakademie reüssiert hatte und von Zar Nicholas I zumoffiziellen Künstler der russischen Admiralität ernannt worden war,dazu, in Konstantinopel zu malen - oder jedenfalls ein Motiv dieserStadt? Zumal im Jahr 1878, also mitten im Russisch-TürkischenKrieg, den die beiden Mächte um die Kontrolle über den strategischwichtigen Bosporus fochten, der einzigen Passage vom Schwarzen Meerin die Ägäis? Neben dem Zugang zum Mittelmeer wollte das RussischeReich, in dem der Panslawismus damals eine wichtige politischeRolle spielte, mit diesem Krieg auch die orthodoxen slawischenVölker von der osmanischen Vorherrschaft befreien. Bulgarien,Rumänien, Serbien und Montenegro betrachten diesen Krieg heute alsUnabhängigkeitskrieg und als Beginn ihrer nationalenSelbständigkeit. In Bulgarien setzte ein gewaltiger Exodus vonMuslimen ein: Bis 1882 flohen mehr als eine halbe Million aus demLand in das Osmanische Reich. Warum also gerade der Bosporus alsMotiv? Aivazovskys Abstammung und Lebenslauf ist auf das engste mitden ethnischen und politischen Bruchstellen im Osteuropa des 19.Jahrhunderts verknüpft. Oder plakativ ausgedrückt: er sass zwischenallen Stühlen. Geboren wurde er in Feodosija (auch Theodosija),einer Hafenstadt auf der Krim in der heutigen Ukraine. Von 1475 bis1783 gehörte sie zum Osmanischen Reich, bis Russland die Krimannektierte. Die über das Schwarze Meer nur wenige HundertKilometer von Istanbul entfernte Stadt war von den dreiJahrhunderten Osmanischer Herrschaft und engen kulturellen wiewirtschaftlichen Beziehungen so geprägt, dass die Ottomanen sie"Küçük Stambul", "Kleines Istanbul" nannten. Eine weitereGemeinsamkeit der beiden Städte waren die grossen armenischenBevölkerungsgruppen, die beidseits des Schwarzen Meeres lebten.Auch Aivazovsky war armenischer Abstammung (manche seiner Werkesignierte er in Armenisch "Hovhannes Aivazian"). Die wechselvolleund sehr komplexe Geschichte Armeniens lässt sich für das 19.Jahrhundert grob vereinfachend so zusammenfassen: Westarmeniengehörte zum Osmanischen Reich, Ostarmenien zum Russischen. Dieleidgeprüften Armenier entwickelten damals ein neues kulturellesSelbstbewusstsein, und insbesondere in Konstantinopel hatte sicheine beachtliche Schicht reicher und gebildeter Armenierniedergelassen. Aivazovsky dürfte sich dort also fast wie zu Hausegefühlt haben. Konkreter Anlass für seine erste Reise an denBosporus war eine Kleinasienreise und die Einladung SultanAbdülmecids I (1823 - 1861), von 1839-1861 der 31. Sultan desOttomanischen Reiches. Westlich erzogen, fliessend französischsprechend und an Literatur und klassischer Musik interessiert,widmete sich dieser heute vielleicht als vergleichsweise "liberal"zu bezeichnende Sultan ganz den von seinem Vater Mahmud II.initiierten Reformen. So führte er beispielsweise Zivil- undStrafgesetzbücher ein, die sich am damals sehr fortschrittlichenfranzösischen Modell orientierten, setzte sich für die Abschaffungder höheren Besteuerung von Nicht-Muslimen ein und gründete neueUniversitäten und Akademien. Auf den Thron folgte nach dem TodAbdülmecids I dessen Bruder Abdülaziz I (1830 - 1876) und sein SohnAbdülhamid II (1842 - 1918), dem letzten mit absolutistischer Machtherrschenden ottomanischen Sultan. Dieser entstammte übrigens einerVerbindung Abdülmecids I mit einer Frau armenischer Abstammung.Alle drei Sultane beauftragten Aivazovsky mit Werken. Die ErzfeindeRussland und Türkei, die sich immer wieder kriegerischauseinandersetzten, waren sich also für einmal auf höchster Ebenevon Zar und Sultan völlig einig, was nämlich die Qualität der Kunstdieses Malers betrifft. Aivazovsky verrät uns in seinem Blick aufden Bosporus zunächst nichts über diese Konflikte, wie sich auch inseinem übrigen Oeuvre keine Schlachtenbilder im eigentlichen Sinnfinden, dagegen durchaus Darstellungen leidender Soldaten. Anlässedafür hatte es ja genug gegeben, musste er doch aus nächster Näheauch den Krimkrieg (1853 bis 1856) miterleben. Aivazovsky malt inseinem Blick auf den Bosporus aber auch nicht die prunkvollenPaläste des Goldenen Horns. Vielmehr hat er sich für eine ruhige,fast intime Szene entschieden und schildert uns eine gelasseneStimmung an den dunstigen Ufern des Bosporus. In Istanbul ist es andurchschnittlich 228 Tagen im Jahr jedenfalls teilweise neblig, undAivazovsky konnte diese Atmosphäre sicher häufig beobachten. Mitsubtilsten Farbabstufungen und transparenten Lasuren lässt derKünstler die matte Abendsonne durch den feinen Dunst scheinen, ausdem mächtige Segler treten. Sie verlieren sich am linken Bildrand,an dem sich die Wasserfläche in den Horizont auflöst. Gebäude undStoffe schimmern verhalten im warmen Glanz der untergehenden Sonne.Eine Interaktion zwischen Land und Wasser und damit verhalteneBewegungsmomente gestaltet Aivazovsky durch die kleinerenFischerboote, aber auch durch die beiden Männer am rechtenBildrand, von denen einer auf einem Mauerausschnitt kauernd Wasserschöpft. Die Cafés an den Ufern des Bosporus sind voll, die Gästegeniessen die laue Luft und sind ruhig ins Gespräch vertieft.Interessant ist ein winziges Detail dieser Besucher. Einige tragennämlich einen Turban. Nichts Aussergewöhnliches in der Türkei,sollte man meinen - und doch sehr aufschlussreich. Sultan MahmudII. hatte nämlich bereits 1826 bei der Reform der Bekleidung seinerBediensteten Pluderhosen und Turban verboten und den Fez verordnet,jene wie ein abgeschnittener Kegel geformte Kopfbekleidung ausrotem Filz mit Quaste, die nach einer Stadt in Marokko benannt ist.Später war der Fez für sämtliche (auch nichtmuslimische) Bürgerverpflichtend, und selbst Frauen trugen eine kleinere Version ohneQuaste. Wenn Aivazovsky also mehr als 50 Jahre nach der Neuordnungder Bekleidungsvorschriften Turbane malt, so ist dies wohl alsHinweis auf die Internationalität Konstantinopels zu deuten, jenerStadt, der damals wie heute Wirtschaftsbeziehungen undinternationale Verwerfungen Einwohner ferner Länder an das Ufer desBosporus spülen. Vielleicht hat man damals in den Vierteln derRegierungsstadt nicht viel vom Krieg gespürt und ist dem Alltagnachgegangen, hat Geschäfte gemacht, Kaffee getrunken. Vielleichtaber malte Aivazovsky, jener Künstler, der in zwei verfeindetenWelten zuhause war, auch sein Wunschbild der von ihm geliebtenWeltstadt. CHF 350 000.- / 450 000.- € 269 230.- / 346150.-
Ivan Constantinovich Aivazovsky - Segelschiff Auf Bewegtersee

Ivan Constantinovich Aivazovsky - Segelschiff Auf Bewegtersee

Original 1886
Schätzung:

Preis:

Bruttopreis
Postennummer: 1283
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Beschreibung:
IWANKONSTANTINOWITSCH AIVAZOVSKY (1817 Feodosija -1900 Feodosija) SEGELSCHIFF AUF BEWEGTERSEE Signiert und datiert unten rechts: Aivazovsky 1886(kyrillisch) Öl auf Leinwand. 48 x 76 cm. Gutachten Ivan Samarine, London, 30.9.2010. Provenienz Nach freundlicher Auskunft des Vorbesitzers ehemals Slg. EduardKirschten, St. Petersburg, seitdem in Familienbesitz. EduardKirschten war Ende des 19. Jahrhunderts Direktor des größtenrussischen Gummiwerks, der Russian American India-Rubber Company"Treugolnik" in St. Petersburg. Verso auf dem Keilrahmen Inventarnummer in roterSchrift: 616, sowie Klebeetikett des Russischen Museums vonAlexander III. in St. Petersburg von 1905. Iwan Konstantinowitsch Aivazovsky malte u. a. Landschaften derukrainischen Steppen, Historienbilder, Genredarstellungen undPorträts - seinen Rang als einer der herausragenden Maler des 19.Jahrhunderts verschafften ihm allerdings seine Marinebilder mit dervollendeten Darstellung von Meer und Licht. Aivazovsky, der Sohn eines armenischen Kleinhändlers, erfuhr seineAusbildung von 1833 bis 1837 an der St. Petersburger Akademie. 1840reiste er zum ersten Mal nach Italien, wo William Turner auf ihnaufmerksam wurde und ihm ein Gedicht in italienischer Sprachewidmete („L'arte tua ben'e potente / Perchè il genio t'inspiró!“).Aivazovsky entfaltete zeitlebens eine rege Reisetätigkeit, die ihnnicht nur durch weite Teile Europas sondern auch in den Nahen Ostenund nach Amerika führte. Seinen festen Wohnsitz und sein Atelierhatte Aivazovsky hingegen bereits seit 1845 in seinem GeburtsortFeodosija, wo er 1880 überdies eine Gemäldegalerie gründete undzwanzig Jahre später auch starb. Aivazovsky künstlerische Laufbahn nimmt ihren Ausgang in derTradition romantischer Landschaftsdarstellung, die der Künstlerjedoch von Anfang an mit seinem Interesse an dramatischenLichteffekten verbindet. Besondere Bedeutung kommt Aivazovsky fürdie Entwicklung der realistischen Meereslandschaft zu, die dieErscheinungsformen und Bewegungen von Licht, Luft und Wasserwiedergibt. Aivazovsky ist in diesem Bereich einer der wegweisendenKünstler nicht nur der russischen, sondern der gesamteneuropäischen Malerei. Unser 1886 datiertes Bild stammt aus der reifen Schaffenszeit desKünstlers und zeigt das unverkennbare Kolorit des Malers. Aufstürmisch bewegter See kämpft ein russischer Dreimaster gegen sichhoch auftürmende Wellen an. Während das Meer im unteren Drittel derBildfläche durch die meisterhafte Lichtregie stellenweise nahezutransparent wirkt, zeigt der nuancenreich gemalte Himmeldramatische Wolkenformationen, die zum Teil vom Sonnenlichtdurchdrungen, zur Horizontlinie hin jedoch zunehmend dunkler undbedrohlicher werden. Ivan Samarine, London, der das Gemälde im Original gesehen hat,bezeichnet es als „a genuine work by Aivazovsky, and a fine andtypical example of his late period“.